Attribution ohne Third-Party-Cookies: Das First-Party-Setup
Ausgangslage
Third-Party-Cookies sind in Safari und Firefox seit Jahren blockiert, und auch in Chrome ist die Reichweite kein Argument mehr, das man einem Datenschutzbeauftragten vortragen möchte. Attribution über mehrere Tage und Geräte braucht trotzdem eine Kennung. Die Lösung ist kein Trick, sondern ein sauberes First-Party-Setup mit Einwilligung.
First-Party-Subdomain
Das Tag wird von einer Subdomain der eigenen Website geladen, etwa track.beispiel.de, und sendet auch dorthin. Cookies entstehen damit im eigenen Kontext der Website. Technisch zeigt die Subdomain per CNAME auf den Collector, das Zertifikat läuft auf den Namen des Kunden. KONTRIB richtet das je Mandant ein; für die IT ist es ein DNS-Eintrag.
ITP und die 7-Tage-Grenze
Safari begrenzt per JavaScript gesetzte Cookies auf sieben Tage, bei Link-Decoration teils auf 24 Stunden. Ein Cookie, das der Server im HTTP-Header setzt, ist davon nicht betroffen. KONTRIB setzt den Identifier deshalb serverseitig im Collector, mit 400 Tagen Laufzeit. Das ist keine Garantie gegen künftige Browser-Änderungen, aber der derzeit belastbarste Weg ohne Umgehungstechnik.
Die vier Consent-Flags
Consent Mode v2 kennt vier Flags. KONTRIB wertet alle vier aus, und jedes schaltet eine Stufe der Verarbeitung frei:
| Flag | Wirkung in KONTRIB |
|---|---|
| keins | Aggregierte Zählung, kein Identifier, keine Journey |
| analytics_storage | Session-Cookie 30 Minuten, Kanal der Sitzung |
| ad_storage | Persistenter Identifier 400 Tage, Journeys über Sitzungen |
| ad_user_data | SHA-256-Hash der E-Mail bei Conversion, Verknüpfung mit Shop und CRM |
Die Consent-Brücke ist ein Aufruf aa('consent', {...}) nach jeder Änderung im Consent-Tool. Für Usercentrics, Cookiebot, Borlabs, Complianz und OneTrust gibt es fertige Vorlagen, für den Google Tag Manager eine Brücke über den Consent-Mode-Status.
Was ohne Einwilligung bleibt
Mehr, als viele annehmen. Ohne jedes Flag zählt KONTRIB Events aggregiert je Stunde: Traffic, Kanalverteilung der Erstkontakte, Bot-Anteil, Datenqualität. Damit lässt sich die Consent-Quote ausweisen, also der Anteil der Sitzungen mit Einwilligung, und die attribuierten Zahlen lassen sich auf die Gesamtheit hochrechnen. Was ohne Einwilligung nicht geht, ist die Journey: Zwei Besuche derselben Person bleiben zwei Fremde.
Eine Consent-Quote von 70 Prozent ist in DACH ein guter Wert. Entscheidend ist, dass sie stabil bleibt. Fällt sie nach einem Website-Relaunch um zehn Punkte, ist meistens die Consent-Brücke abgerissen, nicht die Zustimmungsbereitschaft gesunken. KONTRIB warnt in diesem Fall im Wochenreport.
Click-IDs und Aktivierung
Google, Meta, TikTok, Microsoft und LinkedIn hängen Click-IDs an Landingpage-Links. KONTRIB speichert sie mit Zeitstempel im First-Party-Kontext, sofern ad_storage erteilt ist. Bei einer Conversion, auch Tage später, lässt sich der Wert des Leitmodells mit der Click-ID an Google Ads oder CM360 zurückmelden. Smart Bidding optimiert dann auf die attribuierten Werte statt auf Last Click, und Retouren werden per Adjustment nachgemeldet.
- Regel für Google: gclid vor gbraid vor wbraid
- Meta hat keinen Rücknahme-Mechanismus, dort wird die Retourenquote eingepreist
- Jede Aktivierung startet im Dry-Run und wird erst nach Prüfung live geschaltet